Geschichte am laufenden Meter

Ein Meterstab, auch Zollstock oder Gliedermaßstab, umgangssprachlich meist als Meter bezeichnet, ist ein Messgerät zur Bestimmung von Längen, wobei die Gesamtlänge 2 Meter (der sog. Doppelmeter) üblich ist. Der Name Zollstock deutet darauf hin, dass früher ein starrer Stab – ein Stock – von der Länge eines Fußes, einer Elle oder eines Klafters, der in Zoll geteilt war, auch entsprechend Zollstock genannt wurde. Aus römischer Zeit sind Klapp- oder Faltmaßstäbe aus Bronze, Messing oder Holz bekannt, die sich zunehmend durchsetzten.

 

1868 wurde in Preußen die Maß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund erlassen, die 1872 in Kraft trat und als Grundlage für die Länge den Meter mit dezimaler Teilung und Vervielfachung festlegte.

Anton Ullrich erfand 1865 den Gelenkmaßstab, indem er mehrere starre Maßstäbe mit einem Niet verband. Sein Neffe Gustav Ullrich entwickelt und patentiert 1886 das Federgelenk, das beim Auf- und Zuklappen einrastet und so den Maßstab auseinandergefaltet und geschlossen zusammenhält. Dieses Gelenk wird (mit leichten Veränderungen) bis heute weltweit in Gliedermaßstäben eingesetzt.

 

1911 wird in einer Beilage zur Instruktion ein „zusammenlegbarer Maßstab aus Holz (Endmaß) von 2 m Länge mit Drehgelenken, durchweg in Millimeter geteilt, mit leichten, an den Seiten offenen Kappen versehen“ abgebildet. Dieser faltbare Maßstab war faktisch der erste eichfähige metrische Gliedermaßstab.

 

1935 sah das „Maß- und Gewichtsgesetz“ vor, dass auf eichfähigen Messgeräten neben der metrischen Teilung auch noch eine andere Nebenteilung zugelassen werden konnte. Dies führte dazu, dass nach 1935 Gliedermaßstäbe mit metrischer Teilung auf der Vorderseite und Zollteilung (engl. inch = 25,4 mm) auf der Rückseite produziert wurden. In Handwerk und Handel prägte sich dadurch der Begriff Zollstock in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Dieser Name ist bis heute weit verbreitet und wird erst in den letzten Jahren durch die Begriffe Gliedermaßstab, Meterstab oder auch Doppelmeter ersetzt.

 

Bis 1998 gab es keine technischen Weiterentwicklungen mehr, bis Dieter Sinn  aus Schwegenheim in der Pfalz das Anschlagelement entwickelte und patentieren lies. Genau wie beim Maßband erleichtert der Anschlag die Arbeit mit dem Meter wesentlich, das Messen wird genauer und schneller. Jeder gängige Meter aus Holz oder Kunststoff kann mit dem Anschlag nachgerüstet werden.